Hier kannst Du alles Mögliche über unser Lieblingsland Brasilien lesen. Viel Spaß dabei!
Brasilien war das erste Land, in dem wir in Lateinamerika ankamen. Niemals hätte ich gedacht, dieses Land einmal so gerne zu haben. Mein erster Eindruck von Brasilien war alles andere als Karneval, Strand und Rio de Janeiro, wie ihr in der folgenden Geschichte lesen könnt…
Denn wir kamen mit dem Kreuzfahrtschiff in Recife, Brasilien, an.
Und auch wir dachten, wie viele andere Deutsche zuvor, dass es in Brasilien gefährlich sei. Dazu haben auch ein paar wohlhabende Brasilianer, die mit auf dem Kreuzfahrtschiff fuhren, beigetragen, indem sie Warnhinweise aussprachen. Es gab einen Landgang für ein paar Stunden in Recife. Also begaben wir uns gemeinsam mit einer Deutsch Brasilianerin, die wir mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Tochter auf dem Schiff kennenlernten, in ein großes Shopping Center. Dort wollten wir hauptsächlich eine Handykarte kaufen, da wir nach dem Ende der Kreuzfahrt in Rio de Janeiro noch eine Unterkunft in Cabo Frio gebucht hatten. Da wir komplett frei waren und bereits alles in Deutschland aufgelöst hatten, war alles für die weitere Zukunft und unseren Verbleib, offen.
Wir hatten genug Zeit für die Rückfahrt mit dem Taxi eingeplant, jedoch gerieten wir auf dem Rückweg vom Shopping Center zum Schiff, in eine Menschenmenge. Das komplette Hafengelände war abgesperrt und wir standen mitten drin. Vor uns war alles voller Menschen und in uns machte sich langsam die Panik breit, denn es waren nur noch 15 Minuten, bis alle wieder an Bord des Schiffes sein sollten. Wer schon einmal eine Kreuzfahrt gemacht hat, weiß dass das Schiff nicht auf einzelne Passagiere wartet.
Der Taxifahrer weigerte sich, rückwärts zu fahren und hatte keinen Plan, wo er hin musste. Als ich dann mehrmals hintereinander für mich vermeindliche Schüsse hörte, schrie ich den Taxi fahrer an, er solle jetzt endlich rückwärts aus der abgesperrten Straße fahren (natürlich verstand er mich nicht, aber die Mutter der Deutsch Brasilianerin Übersetzte es auf portugiesisch und er fuhr endlich rückwärts aus der Absperrung heraus).
Der Taxifahrer musste noch mehrmals im Hafenbereich Anwohner auf der Straße fragen, wo es denn zu unserem Schiff ging. Wie ihr euch sicherlich denken könnt, sah das Viertel rund um den Hafen eher nach Favela als nach Reichtum aus. Mit dem Schiss in der Hose der vermeidlichen Schüsse war mit mir nervlich sowieso nicht mehr viel los.
Das Schlimme daran war auch noch, dass wir in zwei verschiedenen Autos fuhren und uns schon lange im Berufsverkehr verloren hatten. Mein Mann saß also mit unserer Tochter und der Deutsch Brasilianerin und ihrer kleinen Tochter in einem anderen Taxi und ich hatte keine Ahnung wo sie waren. Ich saß mit der Mutter der Deutsch Brasilianerin und mit meinen beiden jüngsten Kindern im Auto. Eine Handykarte wollte uns zuvor im Shopping Center keiner verkaufen, da man dazu eine brasilianische Steuernummer, die sogenannte CPF, benötigt. Ich konnte also weder Google maps nutzen, noch meinen Mann anrufen. Das Thema CPF ist in Brasilienso eine Sache. Dazu findest zu künftig einen eigenen Blogbeitrag.
Als wir dann endlich am Terminal zum Kreuzfahrtschiff ankamen, war das andere Taxi, in dem mein Mann und meine Tochter saßen, gerade ein paar Minuten vorher angekommen.

Ich war wirklich fertig mit den Nerven und fragte beim Aussteigen aus dem Taxi die Mutter der Deutsch Brasilianerin, ob das vorhin tatsächlich mehrere Schüsse waren. Sie bejahte dies. Ich lief nur noch panisch auf meinen Mann zu und sagte, dass wir dieses Land auf der Stelle wieder verlassen müssen.
Als mein Mann jedoch genauer nachfragte, stellte sich heraus, dass die Mutter damit ein Feuerwerk meinte und mich in der Panik nicht richtig verstanden hatte. Die Böller und Raketen haben es in Südamerika nämlich wirklich in sich und werden bei jeder Gelegenheit abgefeuert.
Wir waren also in ein harmloses Fest gekommen (es war ein brasilianischer Feiertag), auf dem Böller abgeschossen wurden.
Und natürlich haben wir auch nicht die Abfahrt unseres Schiffes verpasst, denn andere Gäste steckten natürlich auch in dem ganzen Spektakel fest und kamen noch später an als wir.
Da kann man gut sehen, wie man sich wirklich im Vorfeld verrückt machen kann und wie leicht beeinflussbar man ist, wenn man auf der Seite des auswärtigen Amt die Warnung liest: Vermeiden Sie Menschenansammlungen!!! Gehen Sie nicht in die Armenviertel!!! Es gibt Überfälle mit Schusswaffengebrauch!!! etc.






