So kommst du sicher und günstig an deinem Ziel an
Das Thema Fortbewegung ist natürlich sehr wichtig für alle Reisende, Backpacker und Auswanderer. Es gibt einiges zu beachten und zu wissen, bevor man sich in neue Abenteuer stürzt.
Grundsätzlich ist die Infrastruktur in Südamerika gut ausgebaut. Ich werde dir die wichtigsten Fortbewegungsmittel vorstellen und sagen, welches wann und wo für uns am besten funktioniert hat. Natürlich spielen die Themen Sicherheit und auch die Kosten eine große Rolle.
Fortbewegung mit Öffentlichen Verkehrsmitteln
Überland Busse
Es gibt in allen Ländern ein breit ausgebautes Netz von Überland Bussen, die teilweise sogar Grenzübergänge zwischen den einzelnen Ländern möglich machen. Je nach Land sind sie super komfortabel und auch in der Klasse Leito (in Brasilien) oder Cama (den Spanisch sprachigen Ländern) gut über Nacht fahrbar.
In der Leito/ Cama Klasse kann man die Rückenlehne fast komplett nach Hinten klappen und es gibt eine Fußstütze, die es ermöglicht, die Beine hoch zu legen. Die Busse sind dann meistens Doppeldecker Busse und haben breite Ledersitze. Je nach Land und Busgesellschaft kann es etwas variieren. In Brasilien haben wir die modernsten und besten Busse kennengelernt. Wer Geld sparen möchte oder nur wenige Stunden zurück legt, kann auch die einfachen konventional Busse nutzen. Diese können jedoch abhängig vom Land etwas klappriger und unkomfortabler ausfallen. Meistens ist der preisliche Unterschied zur nächsthöheren Klasse nicht hoch. Grundsätzlich gibt es meistens 3 Klassen:
- Konventional (schlechteste und günstigste Klasse)
- Semi Leito oder Semi Cama (Mittelklasse)
- Leito oder Cama (beste Klasse)


Wir haben bereits massenweise Busfahrten zum Reisen unternommen (in allen Klassen) und bisher gab es immer eine Toilette an Board, die jedoch in sehr unterschiedlichen Zuständen war.
Meistens gibt es Wasser zum Trinken, in der besten Klasse haben wir auch schon Snackpakete, Bier, Softdrinks, Decken und Kissen (sauber und frisch verpackt) bekommen.
Ich empfehle, aus meiner persönlichen Erfahrung, jedem einmal mit den Überland Bussen zu fahren. Es ist preisgünstig, man sieht viel von der Landschaft und lernt Einheimische kennen. Außerdem ist es ein Abenteuer und auf manchen Fahrten hatten wir lustige Erlebnisse mit allerlei Dingen, die von Zusteigenden Einheimischen verkauft wurden. Darunter waren unter anderem: Eis, Fleischspieße, Schnitzelbrötchen, Bingolose, Socken und Elektroartikel. Wir hatten auch schon andere Passagiere an Board mit einem Papagei, der 9 Stunden lang immer wieder gekrächzt hat. Auch Polizeikontrollen gehören dazu und sind immer wieder spannend. Bei uns wurde die Aufmerksamkeit auf die Kinder gelegt. Wir mussten immer die Pässe der Kinder zeigen (vor allem in der Nähe der Grenzen wegen Kindesentführungen).
Außerdem sind wir an einem riesigen Waldbrand in Argentinien vorbei gefahren und auf einer Fahrt durch ein Supfgebiet in Brasilien haben wir massenweise Kaimane am Straßenrand gesehen, die sich gesonnt haben.
Immer wieder haben wir super interessante und nette Menschen kennengelernt und uns mit ihnen über ihr Land und ihr Leben unterhalten.
Unsere allererste Überland Busfahrt war in Brasilien von Cabo Frio über Rio de Janeiro bis nach Blumenau und dauerte insgesamt 36 Stunden, da wir ewig in einem Stau fest steckten. Das erlebten wir danach zum Glück nicht noch einmal und es war wohl nicht so schlimm, da wir danach noch 1,5 Jahre durch diverse Länder auf diese Weise gefahren sind.


Bei der Planung der Strecken macht es Sinn, sich zu überlegen, wo man hin möchte und sich auf Google Maps einen Überblick über die Entfernung zu verschaffen. Unser Richtwert waren immer so maximal 6-10 Stunden, die wir an einem Stück zurück gelegt haben.
Es gibt diverse Apps, auf denen man dann die Verbindungen im Vorfeld prüfen und auch buchen kann. Du kannst auch direkt am Schalter der einzelnen Busgesellschaft an Busbahnhof die Tickets kaufen. Zu beachten ist hierbei, dass man meist vor Ort am Busbahnhof eine bessere Auswahl hat, denn nicht alle Busgesellschaften werden in den einzelnen Apps gelistet.
Wir haben die Verbindungen immer mit den Apps rausgesucht und unsere Routen anhand dessen geplant. Letztendlich gekauft haben wir die Tickets immer von Ort am jeweiligen Busbahnhof, ab dem die Reise dann beginnt.Wenn möglich, haben wir das bereits ein paar Tage vor Abreise getan, da man fest zugewiesene Plätze bekommt und um sicher zu gehen, dass der Bus nicht voll ist.
Falls dein Bus eine Ländergrenze überquert, musst du das Busticket immer mit Bargeld zahlen.

Die Busverbindungen innerhalb Brasiliens kann man z.B. gar nicht Online buchen, da man dazu eine CPF braucht (das ist die brasilianische Steuernummer).
Hier die wichtigsten Apps für die Busverbindungen:
- https://checkmybus.de geht für alle Länder
- https://www.busbud.com/de geht für alle Länder
- https://queropassagem.com.br/ geht nur für Brasilien
Für uns haben sich die Überland Busse als beste und günstigste Möglichkeit der Fortbewegung beim Zurücklegen von längeren Strecken herausgestellt.
Regional Bus und Bahn
Es gibt fast überall Regionalbusse, die in den Städten oder auch in umliegende Ortschaften fahren. Es ist jedoch schwierig heraus zu bekommen, wann und wo genau sie abfahren. In Argentinien, Paraguay und Brasilien gibt es richtige Bushaltestellen, die meist sogar Sitzgelegenheiten haben und überdacht sind. In den Touristenorten hängen meistens auch Fahrpläne an den Haltestellen aus. Am besten spricht man mit den Leuten vor Ort, da nicht immer genau klar ist, welche Route die Busse fahren.
In Bolivien gibt es viele kleinere Busse, die man einfach, wenn sie vorbei fahren, durch Winken heran ruft. Ob diese dann dahin fahren, wo man hin möchte, muss man dann mit dem Fahrer klären.Hierbei gilt immer einfach Einheimische fragen. Sie sind immer hilfsbereit.
Öffentlichen Bahnverkehr gibt es nur wenig. Wir wollten z.b. von Santa Cruz de la Sierra an die Grenze nach Brasilien fahren. Dazu gibt es Auskünfte im Internet. Vor Ort am Bahnhof von Santa Cruz haben wir jedoch erfahren, dass der Zug leider nur in die entgegen gesetzte Richtung fährt.
Du kannst mit dem Zug von Posadas/ Argentinien nach Encarnacion/ Paraguay fahren. Das funktioniert schnell, gut und günstig. Das Grenzprocedere wird vorher zügig in der Vorhalle zum Bahnsteig erledigt. Der Zug fährt alle 30 Minuten über den Rio Panana zur anderen Seite. Es ist an dieser Stelle die schnellste und beste Möglichkeit der Grenzüberquerung.

Wir sind gelegentlich einmal mit den Regional Bussen innerhalb einzelner Städte gefahren, wenn es sich irgendwie anbot. Meistens haben wir jedoch die privaten Apps für Fahrten genutzt.
Bist du als Reisender im Drei Länder Dreieck unterwegs und möchtest beispielsweise die Iguacu Wasserfälle von allen Seiten besichtigen, kannst du dies sehr gut mit den regional Bussen machen. Sie sind günstig, fahren in regelmäßigen Abständen und dürfen über die Grenzen fahren. Du solltest auf jeden Fall dem Fahrer bescheid geben, dass du an den Grenzen deinen Pass stempeln lassen musst. Sonst könnte es sein, dass er an der Grenze nicht anhält. Zwischen Brasilien und Paraguay hält der Bus nämlich nicht standardmäßig an, sondern fährt einfach durch, da an der Grenze nicht kontrolliert wird. Fährt der Bus über die Argentinische Grenze, hält er eigentlich immer an, da alle durch die Passkontrolle müssen. Ich werde zu dem Besuch der Iguacu Wasserfälle noch einen ausführlichen Blogartikel mit genaueren Infos schreiben.

Fortbewegung mit privaten Verkehrsmitteln
Fahrapps, wie Uber, Bolt, Cabify
Möchtest du kurze Strecken zurücklegen, empfehle ich die Fahrapps. Du lädst sie auf dein Handy, möchtest du los fahren, bestellst du ein Auto zu deinem Standort (der wird automatisch geortet, da wo du bist) und kurze Zeit später wirst du abgeholt.
Innerhalb der Städte ist die Verfügbarkeit der einzelnen Apps meist sehr gut und es dauert nur wenige Minuten, bis dein Fahrer dich abholt. Du bekommst das Nummernschild deines Fahrers und die Automarke mit Typ mitgeteilt. In Bolivien musst Du dem Fahrer einen Code sagen, den du zur Identifizierung dem Fahrer geben musst. Bevor er diesen nicht in seiner App eingibt, kann er die Fahrt nicht starten.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Uber im großen und ganzen die gängigste App ist. In Brasilien kannst du ruhig Kartenzahlung oder Paypal Zahlung einstellen. Alle Fahrer machen das und du musst dich nicht um so viel Bargeld kümmern.
In manch anderen Ländern ist dies jedoch nicht zu empfehlen. In Argentinien wollen die Fahrer meist Bargeld haben. Wir hatten schon den Fall, dass wir die Einstellung „Zahlung mit Kreditkarte“ hatten und der Fahrer dann ankam und sagte, dass wir nur bar zahlen können. Das ging dann im System nicht mehr für diese eine Fahrt rückgängig zu machen. Wir haben dann leider doppelt gezahlt. Da die Preise damals jedoch sehr günstig waren, haben wir halt 6 anstatt 3€ umgerechnet gezahlt.
Außerdem gibt es manche Zonen in Argentinien, in denen Uber verboten ist (die meisten sogar). Wir wussten dies zunächst nicht und haben uns ein Uber gerufen (ja, in manchen Ecken geht das, auch wenn es verboten ist). Währenddessen haben wir uns jedoch gewundert, dass die Fahrer beim Ausstiegsort immer einen großen Bogen um die Taxis machten und uns sagten, dass sie uns etwas weiter weg raus lassen müssten. Später erfuhren wir, dass die Taxi Fahrer nicht zimperlich auf die Uber Fahrer reagieren, da sie ihnen natürlich die Fahrgäste wegnehmen. In Buenos Aires ist Uber auf jeden Fall erlaubt. Ansonsten am besten den Airbnb Host oder den Kellner im Restaurant einmal fragen, wie es in der jeweiligen Gegend ist.
Cabify ist eine Taxi App in Argentinien und je nach Einzugsgebiet verfügbar. Taxi Apps sind in Argentinien, aufgrund des Uber Verbots in manchen Gegenden, gängiger.
Bei der App Bolt muss man immer in Bar zahlen. Sie funktioniert z.b. in Asuncion, der Hauptstadt von Paraguay hervorragend und ist viel günstiger als Uber.
Wenn man reist und mehrfach die Orte wechselt, empfiehlt es sich, mehrere Apps herunter zu laden. Man muss dann jeweils vor Ort ausprobieren, was am besten verfügbar ist. Oft lohnt es sich wirklich, auch die Preise der einzelnen Apps zu vergleichen. Wir hatten schon eine Differenz vom Doppelten von einer App zur anderen.
Taxi und Remis
Taxis sind in den meisten Ländern massenhaft vorhanden. In Bolivien hatte ich sogar den Eindruck, dass es mehr Taxis als normale Autos auf den Straßen gibt. In Bolivien und Argentinien ist das Taxi das schnellste und günstigste Fortbewegungsmittel. Es fährt immer eins vorbei und du hälst es einfach durch Winken an. Sie sind meinst sogar günstiger als die Apps. Jedoch sind sie die Fahrzeuge nicht selten in einem abendteuerlichen Zustand, aber hey, was wäre ein Trip durch diese Länder ohne Abenteuer?!
Wichtig ist, dass du vorher den Preis erfragst, falls kein Taxameter vorhanden ist. In Argentinien haben fast alle Taxis eins und es wird immer zu Beginn eingeschaltet. Falls der Fahrer das nicht tut, sollte man ihn darauf ansprechen. Ist uns einmal passiert, dass er dann nicht reagiert hat auf unsere Ansprache, um uns dann am Ende einen Wucherpreis zu nennen.

In Bolivien erfragst du vorher den Preis. Wir haben immer ehrliche und günstige Preise bekommen.
In Argentinien und Paraguay sind auch die Remis üblich. Da fragt man am besten vor Ort jemanden, der ortskundig ist, nach der Nummer eines Fahrers, den man dann per Whatsapp anschreibt. Es gibt auch Taxistände oder Remisstände, zu denen man gehen kann und auf das nächste Fahrzeug wartet.
Auch für Grenzübergänge kannst du die Taxis gut nutzen. Sie sind im Gegensatz zu Uber und Co. ermächtigt, die Gäste über die Grenze zu bringen. Wir haben das schon mehrfach getan und es hat immer gut funktioniert. Meist gibt es sogar kleinere Busse, die du als Privattaxi nehmen kannst. Das ist praktisch bei mehreren Personen und viel Gepäck. Man sollte es am besten jedoch schon einen Tag vor Abfahrt organisieren und sich unbedingt vom Fahrer die Telefonnummer geben lassen.

Mietwagen
In den Städten und moderneren Gegenden gibt es die Möglichkeit, sich ein Auto zu mieten. Dabei gibt es einiges zu beachten und man sollte gut abwägen, wo und ob man dies machen möchte. Die Straßenverhältnisse sind doch andere, wie wir es in Deutschland gewöhnt sind. Es gibt viele Schlaglöcher und so kleine Teerhügel, damit man nicht so schnell fährt. Diese haben es manchmal wirklch in sich und wenn man sie übersieht, besteht die Gefahr, dass man sich am Unterboden ordentlich was abreißt. Also wenn man ein Auto mietet, sollte man am besten mit den Straßenverhältnissen etwas vertraut sein. Ansonsten macht ein höheres Auto wirklich Sinn (SUV oder 4×4).
Meist sind die Kosten für einen Mietwagen sehr hoch und du musst dir gut überlegen, ob es nicht eventuell bequemer und günstiger ist, Uber, Bolt und Co. zu nehmen.
Zu bedenken ist unbedingt, dass du fremd im Land bist und wenn du die Sprache nicht so gut beherrschst und einen Unfall hast, ziehst du meist den Kürzeren. Nicht immer kommt die Polizei, bei einem kleinen Auffahrunfall ist es nicht üblich, die Polizei zu rufen. Außerdem ist es in Südamerika keine Pflicht, eine Versicherung für Schäden am Auto zu haben, nur Personenschäden in einer nicht allzu hohen Deckungssumme sind Pflicht.
Wir haben zwei mal ein Auto gemietet, und zwar im Süden Brasiliens (Florianopolis und Blumenau). In Paraguay haben wir derzeit auch privat ein Auto gemietet. Im Süden Brasiliens würde ich jederzeit wieder ein Auto mieten, in Paraguay, in den ländlichen Gegenden, ebenso. Dort benötigst du unbedingt einen fahrbaren Untersatz und kommst sonst nicht vom Fleck, da es nur wenige Taxis und keine Fahrdienste mit Apps gibt. Jedoch in den Großen Metropolen (Asuncion, Rio de Janeiro, Santa Cruz de la Sierra, Buenos Aires etc.) würde ich das nicht tun. Um meine Aussage zu verdeutlichen: in Buenos Aires gibt es eine Straße, die hat 16 Fahrspuren. Da wollte ich nicht als Ortsunkundiger in einem anderen Land selbst Auto fahren. Außerdem ist auch hier der Straßenverkehr in den Städten wilder und aggressiver als in den ländlicheren Gegenden.
Im Süden Brasiliens sind die Straßenverhältnisse größtenteils gut. Es gibt die großen Ketten der Autoverietungen, wie Herz und Europcar (Localiza in Brasilien, ist das Gleiche). Wir haben immer bei Localiza die Kleinwagen genommen und können das auch empfehlen. Besonders, wenn man mal größere Touren auf eigene Faust machen möchte. Wir haben mit dem Mietwagen in Florianopolis die ganze Insel gesehen und kamen somit an viele Orte, z.B. einsame Strände und Wanderwege, wo wir sonst nicht hingekommen wären.
Falls du dich entscheidest, ein Auto zu mieten, solltest du unbedingt vorher abklären, was alles versichert ist, ob die Kilometer frei sind und ob es im Schadenfall eine Selbstbeteiligung gibt.
Grundsätzlich musst du davon ausgehen, dass es hier längst nicht so viele Verkehrsregeln und Straßenschilder gibt, wie in Deutschland. Und- oh Wunder, es funktioniert trotzdem, ich finde sogar besser als in Deutschland. Die Grundregel lautet: immer defensiv fahren, schauen was der Andere macht und nicht auf dein Recht bestehen. Dann wirst du gut durch den Straßenverkehr kommen.
Fortbewegung mit Laufen und dem Fahrrad
Aufgrund der mitunter schwierigen Zustände der Straße, ist es nicht immer ganz bequem,Wege zu laufen. Wir sind da in Deutschland echt luxuriöse Zustände gewöhnt.
Wir laufen zwar immer gerne und viel, jedoch muss man sagen, dass das vor allem mit Kindern im Schlepptau schon manchmal eine Herausforderung ist. Eine ebene Straße, die vielleicht sogar noch einen gut begehbaren Bürgersteig hat, ist nicht üblich. Manchmal ist es staubig und bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit macht das alles andere als Spaß.
Trotzdem sind wir immer so gut und viel es ging gelaufen. In Brasilien sind die Wege zum Laufen meist einigermaßen gut ausgebaut. Am besten macht man es bei längeren Strecken nicht unbedingt, wie die Brasilianer, sondern zieht sich gute Turnschuhe an und keine Havaianas.
Mit dem Fahrrad fahren finde ich noch schwieriger. In manchen guten Gegenden, wie Florianopolis in Brasilien, haben wir sogar Fahrradwege gesehen. Das war jedoch die Ausnahme. Wir haben es nie gemacht. Es gibt schlichtweg wenig bis gar keine Möglichkeiten, überhaupt an ein Fahrrad zum Ausleihen heran zu kommen.
Fliegen
Innerhalb von Südamerika gibt es ein gut ausgebautes Flugnetz.
Es macht auf jeden Fall Sinn das Flugzeug zu nehmen, wenn man z.B. in Richtung Anden möchte. Die Busfahrt mit den Überland Bussen ist in dieser Ecke wirklich beschwerlich. Wir sind von Salta in Argentinien bis nach Sucre in Bolivien (mit Stopp in Tarija) mit dem Bus gefahren und es war wirklich wild. Die Busse fahren nur über Nacht und es geht dauerhaft durch kurvige Straßen die Berge hoch. Ich wurde teilweise so in meinem Sitz hin und her geschaukelt, dass ich wirklich nicht viel Schlaf bekam. Auch Erdrutsche oder Straßensperren können in dieser Gegend vorkommen.
Wir haben das Fliegen aus kostengründen leider nie ausprobiert. Bei einer 5 köpfigen Familie kommt da einiges zusammen. Es ist für bestimmte Bereiche jedoch zu empfehlen und weitaus komfortabler und schneller als der Überland Bus.
Besonders die Flüge innerhalb Argentinien sollen sehr günstig sein. Wenn man nur 1-2 Personen ist, ist es sicher zu empfehlen.
Tipps und Herausforderungen
Sicherheit
Oben habe ich jeweils schon einge Dinge zum Thema Sicherheit erzählt. Hier noch einmal das Wichtigste, denn dort herrschen allgemein die größten Bedenken, denke ich. Das war bei uns auch so.
Innerhalb der Städte und alle Strecken bis 1 Stunde sind am sichersten und komfortabelsten mit den App Fahrdiensten zurück zu legen. Du brauchst keine Preise zu verhandeln, alles wird von der Zentrale des jeweiligen Fahrdienstes überwacht und somit ist es sehr sicher. Der Preis ist in der App festgelegt und es besteht nicht die Gefahr bezüglich des Preises über´s Ohr gehauen zu werden. Du bekommst das Auto im Vorfeld mitgeteilt, welches dich abholt und kannst sehen, wie viele Fahrten der Fahrer schon zurück gelegt hat. Außerdem kannst du seine Bewertungen sehen und du wirst nach der Fahrt auch darum gebeten, ihn zu bewerten.
In Argentinien und Bolivien ist es einfacher, ein Taxi zu nehmen. Wenn es kein Taxameter gibt, solltest du vorher den Preis verhandeln. Gibt es ein Taxameter, achte darauf, dass der Fahrer es einschaltet.
Die Taxi- und Uberfahrer sind meist sehr nett und gut für einen kleinen Plausch zu haben. Wir haben schon skurrile Dinge während der Fahrt erlebt. Einmal hatte ein Uber Fahrer während der Fahrt mit uns kein Benzin mehr im Tank und wir blieben mitten in der Stadt auf einer großen Kreuzung stehen. Mein Mann hat dann dem Fahrer beim zur Seite Schieben des Autos geholfen und so sind wir den Rest bis zum Ziel gelaufen. Das war gar nicht so schlimm, denn es passierte in einem wunderschönen Viertel, welches wir uns ohne dieses kleine Malheur gar nicht genau angesehen hätten.
Ein anderes Mal hatte der Fahrer einen spektakulären Coronaschutz zwischen dem hinteren und vorderen Teil seines Autos gebaut und mit Schläuchen für die Belüftung mit der Klimaanlage durch die Wand im hinteren Teil gesorgt.

Mit den Überland Bussen fährt man sicher, sogar über Nacht. Die Abfahrt ist am großen Busbahnhof (in der spanisch sprechenden Ländern „Terminal de Omnibus“ und in Brasilien „Rodoviaria“ Genannt) und es gibt mit Shotguns bewaffnete Wachmänner. Nicht dass das unbedingt nötig wäre, das Bild ist hier völlig normal und dient eher der Vorsorge und Abschreckung.
Sprachbarriere
Bei der Fortbewegung spielt natürlich die Sprachbarriere eine große Rolle. Es ist wirklich von großem Vorteil, wenn du die entprechende Sprache etwas sprichst. So kannst du besser Preise verhandeln oder genauer erklären, wo du hin musst.
Bei Fahrapps erledigt das Handy alles für dich. Jedoch ist es nett, wenn man etwas Smalltalk in der entsprechenden Sprache mit dem Fahrer halten kann. Sie haben meist wertvolle Tipps innerhalb der Stadt und können Insiderinformationen geben, die du aus dem Internet meist nicht bekommst.
Auch beim Kaufen von Bustickets für die Fernbusse ist es wirklich von Vorteil, wenn du die Sprache etwas kannst.
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Preisverhandlung
Die Preisverhandlung ist spielt nur bei Taxifahrten eine Rolle. Andernfalls sind die Preise immer fest vorgegeben.
Bei den Taxifahrten ohne Taxameter ist es sehr wichtig, mit dem Fahrer vorher über den Preis zu sprechen. Denn sonst könnte es dir passieren, dass du eventuell über´s Ohr gehauen wirst… Meistens haben wir ehrliche und nette Menschen getroffen, man muss es jedoch nicht unnötig herausfordern. Wir haben es sogar oft erlebt, dass wir gar nicht über den Preis verhandeln mussten, sondern direkt ein fairer Preis vom Fahrer genannt wurde. Das war oft im Bolivien der Fall.
Scheint dir der Preis etwas zu hoch zu sein, fange ruhig an zu handeln, in der Regel wird sich immer darauf eingelassen, du kannst deine Sprachkenntnisse üben und bekommst auch mit der Zeit eine gute Einschätzung über die üblichen Preise.
Fazit: Nur Mut, begib dich auf Abenteuertour!
Die Fortbewegung innerhalb Südamerikas kann spannende Abenteuer mit sich bringen.
Unterwegs zu sein und verschiedene Orte mit den unterschiedlichen Möglichkeiten zu entdecken, bringt dich mit den Menschen vor Ort zusammen und wird dir hoffentlich viele, schöne Erinnerungen bescheren. Ich finde die südlichen Länder von Südamerika eignen sich hervorragend, um sie auf dem Landweg mit den von mir beschriebenen Fortbewegungsmöglichkeiten zu bereisen und entdecken. Es gibt viele komfortable, sichere und günstige Möglichkeiten für Reisende und Backpacker, von einem Ort zum nächsten zu kommen und wenn man das möchte, so viel wie möglich von diesen schönen Ländern zu sehen.
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